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April 19, 2009

Grenzgänge zwischen Kunst und Design

Einladungen mit Titeln wie "Design meets Art" überschwemmen seit einigen Jahren die Schreibtische von Kunstliebhabern, Designsammlern, Kuratoren und Kritikern. Die Protagonisten der annoncierten Ausstellungen werden als "Wanderer zwischen den Welten" beschrieben oder mit ähnlich pathetischen Bezeichnungen geadelt. Für ein Ausstellungshaus wie das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, das sich in seinem Programm eben solchen "Grenzgängen" verschrieben hat, muss das Zusammengehen von Design und Kunst beinahe notwendigerweise von Interesse sein. Ist es doch Teil jener "Konvergenz", die wir immer wieder in unseren Ausstellungen beschreiben.

Wo verläuft die Grenze zwischen Kunst und Design? Eine Antwort kommt von Charles Eames, dem einflussreichsten Designer des 20. Jahrhunderts: "Design is an expression of purpose," sagte er. "It may (if it is good enough) later be judged as art." Die Antwort aktueller, junger Gestalter fällt pragmatischer aus: „Eine klare Grenze zwischen Produktdesign und Kunst gibt es doch heutzutage gar nicht mehr“, erklärt etwa der spanische Designer Jaime Hayon.

Die vorerst letzte Antwort auf die Frage gibt der neue Begriff der „design-art“. Künstler, die darunter subsumiert werden, untersuchen die wechselhaften Funktionen der Skulptur und unterlaufen dabei – wie Franz West und andere – die Grenzen zwischen Kunst und Design, dem "freien" und dem "angewandten" Schaffen, indem sie Mischformen aus beiden Bereichen entstehen lassen. Im Gegenzug entdecken Gestalter wie Ron Arad oder Marc Newson in immer stärkerem Maße die skulpturalen Qualitäten des Designs. Sie entfernen sich von einer Grundbedingtheit des Designs – nämlich seiner Funktionalität – und von der inhärenten Möglichkeit einer beliebig großen Reproduzierbarkeit. Stattdessen schaffen sie Einzelstücke oder kleine Editionen. Die Grenzen zwischen den „fine arts“ und den „decorative arts“ verschwimmen.

In der Ausstellung „U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design“ im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft werden die Kunst- und Designobjekte wertfrei nebeneinander präsentiert. Das „Unbekannte Flugobjekt“, das hinter der Abkürzung im Titel steht, bezeichnet Phänomene, die im Moment ihrer Beobachtung nicht eindeutig identifiziert werden können. Und so wie UFOs unsere Fantasie anregen, sollen die Austellungsobjekte den Besucher inspirieren, die Verbindungen zwischen Kunst und Design zu erkunden. So denkt er angesichts einer Glocke des Designers Marcel Wanders möglicherweise an ein Kunstobjekt von Jeff Koons, und vor den Objekten des Künstlers Richard Prince an die Möbelentwürfe des Gestalters Jean Prouvé.

Zu den Künstlern/Designern in der Ausstellung zählen David Adjaye – Ron Arad – Richard Artschwager – Ronan + Erwan Bouroulle – Fernando + Humberto Campana – Hussein Chalayan – Frédéric Dedelly – Martino Gamper – Liam Gillick – Johanna Grawunder –Konstantin Grcic – Zaha Hadid – Studio Job – Donald Judd – Mona Hatoum – Arik Levy – Ross Lovegrove – Marc Newson – Tom Price – Richard Prince – Rolf Sachs – Tejo Remi – Ettore Sottsass – Haim Steinbach – Kram/Weisshaar – Marcel Wanders – Franz West – Andrea Zittel – Jorge Pardo. Viele der ausgestellten Arbeiten zählen zu den Kultobjekten des Design, wie etwa Marc Newsons "Lockheed Lounge", andere werden gerade erst produziert, beispielsweise die Objekte von Ron Arad, oder sind zuvor noch nicht in Deutschland gezeigt worden wie die Möbelobjekte des bildenden Künstlers Richard Prince.

U.F.O. - Grenzgänge zwischen Kunst und Design - 23.5. – 5.7.2009 - NRW-Forum Kultur und Wirtschaft - Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf - http://www.nrw-forum.de/ - Die Ausstellung wird mit großzügiger Unterstützung des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, von Raumkonzepte Klode und ERCO realisiert. Medienpartner sind das Design-Magazin FRAME und die Design-PlatformStylepark.Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Abbildungen aller gezeigten Objekte.

3 comments:

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